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Start für "optiSEP": IPHAM an bundesweitem Großprojekt beteiligt
Das Institut für Public Health in der Akutmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist Teil des neuen Verbundprojekts optiSEP – Transsektorale Optimierung der Versorgungsprozesse bei Sepsis auf Basis interoperabler Routinedaten. Das vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit 7,5 Millionen Euro geförderte Großprojekt hat zum Ziel, die Sepsisversorgung in Deutschland sektorenübergreifend nachhaltig zu verbessern. Die Konsortialführung übernimmt die Universitätsmedizin Leipzig. Der Projektstart ist für September 2026 geplant.
Sepsis zählt mit rund 75.000 Todesfällen jährlich zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen in Deutschland. Trotz zahlreicher Qualitätsinitiativen bestehen weiterhin Defizite – von Prävention und frühzeitiger Erkennung über Diagnostik und Therapie bis zur Nachsorge. Genau hier setzt optiSEP an: Ziel ist es, die Versorgung von Sepsispatient:innen sektorenübergreifend zu verbessern und kritische Schwachstellen entlang der Behandlungskette – von Rettungsdienst und Notaufnahme über Intensivstation bis zur Rehabilitation – konsequent zu beheben.
Dr. Alexandra Ramshorn-Zimmer, Leiterin des Klinischen Prozessmanagements am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), Projektinitiatorin und Konsortialführende, betont: „Mit optiSEP schaffen wir die Voraussetzungen, moderne Diagnostik, digitale Datenströme und strukturierte Behandlungspfade so zu verbinden, dass Patient:innen schneller und zielgerichteter profitieren. Unser Anspruch ist es, die Versorgungskette nicht nur zu analysieren, sondern konkret so zu verbessern, dass an den Schnittstellen weniger Information verloren geht und die Behandlungsqualität messbar steigt.“
Kern des Projekts ist die digital verknüpfte, interoperable Nutzung von Routinedaten aus allen Phasen der Patientenbehandlung. Auf dieser Grundlage werden künftig datengestützte Entscheidungshilfen entwickelt, um gefährliche Verläufe früher zu erkennen und klinische Entscheidungen schneller zu unterstützen. Ergänzend sollen standardisierte Behandlungspfade sicherstellen, dass die aktuellen evidenzbasierten Sepsis-Leitlinien im gesamten Versorgungsprozess einheitlich und zuverlässig umgesetzt werden. Ein patientenzentriertes Nachsorgekonzept zielt darauf ab, Langzeitfolgen nach überstandener Sepsis zu reduzieren.
„Sepsis kennt keine Sektorengrenzen. Für eine erfolgreiche Behandlung müssen Rettungsdienst, Notaufnahme, Intensivstation und Rehabilitation nahtlos ineinandergreifen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Felix Walcher, Direktor des Instituts für Public Health in der Akutmedizin an der Universitätsmedizin Magdeburg. „Mit optiSEP verbinden wir moderne datengestützte Entscheidungshilfen, diagnostische Innovation und standardisierte Behandlungspfade, um die Versorgung transsektoral und nachhaltig zu verbessern.“
Eine zentrale Rolle spielt die molekulare Erregerdiagnostik mittels Next-Generation Sequencing (NGS). Während klassische Kulturen Erreger nicht immer oder nur verzögert nachweisen können, identifiziert NGS Krankheitserreger direkt über ihr genetisches Material. Dadurch lassen sich auch schwer kultivierbare Erreger besser erfassen. Somit können antiinfektive Therapien – insbesondere bei zeitkritischen Verläufen – früher und gezielter angepasst werden. Im zweistufigen Auswahlverfahren des Innovationsausschusses überzeugte das Projekt durch sein umfassendes, praxisnahes Konzept. Die Förderzusage erhält zusätzliches Gewicht vor dem Hintergrund der kürzlich beschlossenen Halbierung des Innovationsfonds-Budgets für 2026 und unterstreicht die hohe versorgungspolitische Relevanz des Themas.
Perspektivisch hat optiSEP das Potenzial, als Modell für weitere Indikationen zu dienen – und setzt zugleich wesentliche Anforderungen des zum 1. Januar 2026 gestarteten Qualitätssicherungsverfahrens „Diagnostik und Therapie der Sepsis“ in die Praxis um.
Hintergrund: optiSEP-Konsortium und wissenschaftliche Basis
Das optiSEP-Konsortium vereint ausgewiesene Expertise aus Intensivmedizin, Notfallmedizin, Infektiologie und Medizininformatik. Unter der Konsortialführung des Universitätsklinikums Leipzig arbeiten unter anderem folgende Partner zusammen:
• Univ.-Prof. Dr. Thorsten Brenner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Essen
• Univ.-Prof. Dr. Sabine Blaschke, Ärztliche Leitung Zentrale Notaufnahme, Universitätsmedizin Göttingen
• Univ.-Prof. Dr. Felix Walcher, Direktor des Instituts für Public Health in der Akutmedizin, Universitätsmedizin Magdeburg
• Univ.-Prof. Dr. Rainer Röhrig, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Universitätsklinikum RWTH Aachen
optiSEP baut auf den Erfahrungen des Vorgängerprojekts DigiSep auf, entstand aus der Zusammenarbeit wissenschaftlicher Sektionen der Deutschen Interdiszipliären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e. V. und nutzt die über das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) geförderte AKTIN-Infrastruktur als technologische Grundlage zur standardisierten Erfassung interoperabler Notaufnahmedaten und zur sektorenübergreifenden Datenverknüpfung. Damit adressiert optiSEP ein zentrales Problem der Akut- und Notfallversorgung: Informationsverluste an sektoralen Schnittstellen – etwa zwischen Rettungsdienst, Notaufnahme und Intensivstation.
Quelle: Pressemitteilung Universitätsmedizin Magdeburg
Medizinische Daten für bessere Versorgung: Magdeburg stark im Netzwerk Universitätsmedizin
Wie können medizinische Daten dazu beitragen, Patientinnen und Patienten schneller und gezielter zu versorgen, Behandlungsabläufe zu verbessern und das Gesundheitssystem widerstandsfähiger zu machen?
Antworten darauf gab die Veranstaltung „NUM@UMMD – Forschungsinitiativen und Möglichkeiten des Netzwerks Universitätsmedizin an der Universitätsmedizin Magdeburg“, die am 29. Januar 2026 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg stattfand.
Rund 100 Teilnehmende aus Klinik, Forschung und Politik nutzten im Beisein von Sachsen-Anhalts Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch die Gelegenheit, um aktuelle Projekte zu präsentieren und sich über die Potenziale vernetzter medizinischer Forschung auszutauschen.
In Magdeburg wurden dafür in den letzten Jahren wichtige Infrastrukturen aufgebaut; beispielsweise ein Datenintegrationszentrum, das klinische Daten für Forschungsprojekte aufbereitet, das Fachnetzwerk Infektionen und das AKTIN-Notaufnahmeregister, welches Daten aus der Notfallversorgung tagesaktuell zugänglich macht.
Zur vollständigen Pressemitteilung der Universitätsmedizin Magdeburg
Quelle: Universitätsmedizin Magdeburg/NUM@UMMD
Fotografin: Melitta Schubert/UMMD
Save the Date: Workshop „Weiterentwicklung katastrophenmedizinischer Lehrinhalte im Studium der Humanmedizin“
Wie lassen sich katastrophenmedizinische Lehrinhalte im Medizinstudium zukunftsfähig weiterentwickeln?
Dieser Frage widmet sich ein gemeinsamer Workshop der DGCH, Medizinischem Fakultätentag (MFT), der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen (CARG) und derDeutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM).
Im Fokus stehen die Sammlung, inhaltliche und konzeptionelle Schärfung sowie die perspektivische bundesweite Skalierung katastrophenmedizinischer Lehrinhalte – sowohl in der curricularen als auch in der fakultativen Ausbildung. Grundlage bilden u. a. Ergebnisse einer Befragung von Lehrverantwortlichen im Querschnittsbereich Notfallmedizin sowie bestehende Mustercurricula und Pilotprojekte.
Datum: 18.–19. März 2026
Ort: IPHAM – Institut für Public Health in der Akutmedizin, Universitätsmedizin Magdeburg
Eine formale Einladung mit Agenda und organisatorischen Hinweisen folgt im Januar 2026.
Quelle: DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR CHIRURGIE e.V. (DGCH)
Foto: Rico Ködder/stock.adobe.com
