Für den Ernstfall gerüstet: Workshop zur Weiterentwicklung katastrophenmedizinischer Lehrinhalte
Workshop setzt Impuls für einheitliche Ausbildungsstandards im Medizinstudium.
Wie müssen angehende Ärztinnen und Ärzte ausgebildet sein, um bei Naturkatastrophen, Großunfällen oder Anschlägen handlungsfähig zu bleiben? Mit dieser Frage haben sich am 18. und 19. März 2026 Fachvertreterinnen und Fachvertreter aus ganz Deutschland in Magdeburg beschäftigt.
Eingeladen hatte das Institut für Public Health in der Akutmedizin (IPHAM) der Universitätsmedizin Magdeburg. Ziel des zweitägigen Workshops war es, bestehende Lehrinhalte zur Katastrophenmedizin im Medizinstudium zu bündeln, inhaltlich zu schärfen und eine Grundlage für abgestimmte Standards zu schaffen.
Extremwetterereignisse, Großschadenslagen oder sicherheitspolitische Krisen stellen das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen. In solchen Situationen müssen Ärztinnen und Ärzte nicht nur medizinisch fundiert handeln, sondern auch Prioritäten setzen, Ressourcen einteilen und unter Zeitdruck im Team entscheiden.
Diese Fähigkeiten werden unter dem Begriff Katastrophenmedizin zusammengefasst. Entsprechende Inhalte werden zwar an den verschiedenen Standorten gelehrt, sind aber dennoch bundesweit bislang unterschiedlich stark im Medizinstudium verankert.
Prof. Felix Walcher, Leiter des IPHAM, betont: „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Fachgesellschaften und Partnern bundesweit abgestimmte Lernziele zu definieren und daraus praxisnahe Lehrformate zu entwickeln.“
„Als Medizinische Fakultät sehen wir es als unsere Verantwortung, Studierende nicht nur für den klinischen Alltag, sondern auch für solche außergewöhnlichen Einsatzlagen vorzubereiten“, betonte Dekanin Prof. Daniela Dieterich.
Der Ärztliche Direktor der Universitätsmedizin Magdeburg Prof. Hans-Jochen Heinze ergänzte: „Medizinische Qualität zeigt sich besonders unter extremen Bedingungen. Die Ereignisse rund um den Magdeburger Weihnachtmarkt haben uns gezeigt, dass wir katastrophenmedizinische Kompetenzen nicht dem Zufall überlassen dürfen. Klare Abläufe, Training und eingespielte Teams sind entscheidend, um auch in Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben.“
An dem Workshop beteiligten sich unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Medizinischen Fakultätentages, der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen (CARG) der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin sowie der Bundeswehr.
Gemeinsam wurden bestehende curriculare und fakultative Lehrangebote analysiert und zentrale Kompetenzen definiert, die Medizinstudierende im Umgang mit Großschadenslagen erwerben sollten.
In einem anschließenden Delphi-Verfahren werden Expertinnen und Experten die erarbeiteten Lernziele in mehreren Abstimmungsrunden bewerten. Ziel ist eine praxisnahe Ausbildung, die angehende Ärztinnen und Ärzte auf außergewöhnliche medizinische Einsatzlagen vorbereitet – damit im Ernstfall schnelle, koordinierte und verantwortungsvolle Hilfe möglich ist.
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