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Deutsches Ärzteblatt Ausgabe 7/2026: Resilienz im Gesundheitswesen - Krisenfeste Strukturen für den Ernstfall
Das deutsche Gesundheitswesen bereitet sich zunehmend auf mögliche Krisen-, Bündnis- und Verteidigungsfälle vor. Hintergrund ist unter anderem das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG), dessen Entwurf das Bundesgesundheitsministerium im Sommer vorstellen will. Der Bedarf an Regelungen, Koordination und struktureller Nachrüstung gilt als erheblich.
Im Rahmen der Großübung „Medic Quadriga 2026“ am Flughafen Berlin Brandenburg wurde erstmals die gesamte Rettungskette vom Einsatzgebiet im Baltikum bis zur Versorgung in deutschen Kliniken geprobt. Dabei zeigte sich deutlich, dass die Versorgung großer Zahlen Verwundeter nur mit einer engen Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, zivilen Einsatzkräften und Krankenhäusern möglich ist. Die Kapazitäten der Bundeswehrkrankenhäuser allein reichen für ein solches Szenario nicht aus, weshalb zivile Kliniken und insbesondere die Traumanetzwerke eine zentrale Rolle einnehmen.
Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) arbeiten derzeit daran, die bestehenden Traumanetzwerke gezielt auf außergewöhnliche Krisenlagen vorzubereiten. Dazu gehören regelmäßige Übungen, verbesserte Kommunikationsstrukturen, regionale Ansprechpartner sowie zusätzliche Fort- und Weiterbildungsangebote.
Gleichzeitig bestehen weiterhin große Herausforderungen bei Koordination, Ressourcenübersicht und Zuständigkeiten. Geplant sind daher unter anderem ein bundesweites Gesundheitslagebild, ein zentrales Lagezentrum sowie standardisierte Melde- und Kommunikationswege. Auch Fragen der Finanzierung spielen eine zentrale Rolle: Allein für Übungen, Materialbevorratung und infrastrukturelle Anpassungen werden Investitionen in Millionenhöhe erwartet.
Trotz vieler offener Fragen zeigt sich bereits jetzt eine zunehmende Vernetzung von Kliniken, Fachgesellschaften, Hilfsorganisationen und Politik, um die Resilienz des Gesundheitswesens langfristig zu stärken.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Deutsches Ärzteblatt 03/2026: Chirurgische Fachgesellschaften - Strategische Vernetzung für mehr Krisenresilienz
Berlin - Die chirurgischen Fachgesellschaften in Deutschland haben sich in der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Resilienz im Gesundheitswesen (CARG) zusammengeschlossen, um die Krisen- und Verteidigungsfähigkeit des Gesundheitswesens zu stärken.
