Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (CARG)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
vielen Dank für ihr Interesse an der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (CARG). Die folgenden Inhalte sollten sie eigentlich auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie finden. Diese befindet sich jedoch aktuell im Relaunch, aus dem Grund stehen ihnen die wesentlichsten Informationen über unsere Arbeitsgruppe vorläufig auf der Seite des IPHAM`s oder auf LinkedIn zur Verfügung."
Resilienz im Gesundheitswesen stärken – chirurgische Kompetenz für Krisen- und Katastrophenlagen
Die sicherheitspolitische und gesellschaftliche Lage in Deutschland und Europa ist zunehmend komplex. Terrorlagen, Naturkatastrophen, Pandemien und hybride Bedrohungsszenarien stellen das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen.
Diese Entwicklungen verdeutlichen: Die Resilienz im Gesundheitswesen muss strukturell, personell und fachlich nachhaltig gestärkt werden.
Insbesondere die Notfallmedizin und Notfallchirurgie spielen bei Großschadensereignissen eine zentrale Rolle. Ob Polytrauma, penetrierende Verletzungen, Explosions- und Brandverletzungen oder Crush-Trauma – chirurgische Expertise ist essenzielle Grundlage jeder effektiven Krisenbewältigung.
Derzeit bestehen Defizite in curricular verankerten Ausbildungsinhalten, in der strukturierten notfallchirurgischen Weiterbildung, in gesetzlich geregelten Versorgungs- und Netzwerkstrukturen sowie in der systematischen Integration in die medizinische Krisenvorsorge.
Hier setzt die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen (CARG) an.
Strategische Grundlage und Vernetzung
Die CARG baut auf den Vorarbeiten der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) sowie der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) auf.
Insbesondere folgende Strukturen bilden das fachliche Fundament:
- Sektion Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (EKTC) der DGU
- Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Militär- und Notfallchirurgie (CAMIN) der DGAV
- Kommission Katastrophenmedizin und Gefäßtraumatologie der DGG
Ziel der CARG
Die CARG verfolgt das Ziel,
- chirurgische Fachgesellschaften strategisch zu vernetzen
- die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken
- die notfallchirurgische Weiterbildung systematisch auszubauen
- politische Beratung zur Katastrophenmedizin zu leisten
- die Resilienz des deutschen Gesundheitssystems nachhaltig zu erhöhen
Nur durch koordinierte, interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit kann die chirurgische Versorgung im Krisen- und Katastrophenfall langfristig gewährleistet werden.
Aufgaben und Schwerpunkte der CARG
1. Vernetzung chirurgischer Fachgesellschaften
- Förderung des fachlichen Austauschs aller chirurgischen Disziplinen
- Zusammenarbeit mit an der Notfall- und Katastrophenmedizin beteiligten Fachgesellschaften, insbesondere der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) sowie der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
2. Strukturierte Weiterbildung in der Notfallchirurgie
- Unterstützung der Weiterbildung zum Notfallchirurgen nach Konzepten von EKTC (DGU) und CAMIN (DGAV)
- Enge Zusammenarbeit mit der Akademie Unfallchirurgie
- Entwicklung von High-Fidelity-Simulationen für realitätsnahe Trainingsszenarien
- Integration notfallchirurgischer Inhalte in die Facharztweiterbildung
3. Zivil-militärische Zusammenarbeit und Krisenvorsorge
- Verbesserung der zivil-militärischen Kooperation
- Förderung gemeinsamer Ausbildungs- und Übungsformate
- Strategische Vernetzung sicherheitsrelevanter Akteure
4. Politische Beratung und Gesundheitssicherheit
- Beratung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene
- Mitwirkung bei der Ausgestaltung des Gesundheitssicherstellungsgesetzes (GeSiG)
- Unterstützung struktureller Reformen zur Stärkung der Katastrophenmedizin
Die CARG beteiligt sich aktiv an der Umsetzung des Positionspapiers „10 Punkte zur Verbesserung der Notfall- und Katastrophenversorgung im deutschen Gesundheitswesen“.
5. Curriculare Entwicklung und Ausbildung
- Mitgestaltung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM)
- Entwicklung fakultativer Lehrveranstaltungen zur Katastrophenmedizin
- Aufbau einer Plattform für curricular verankerte Ausbildungsinhalte
- Abstimmung der Lehrinhalte zwischen Medizinstudium, Pflegefachberufen, Funktionspflege (Anästhesie/OP, Intensivpflege, Notfallpflege) sowie Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen (z. B. THW)
Mission der CARG
Die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Resilienz im Gesundheitswesen versteht sich als fachlich-strategische Plattform zur:
- Stärkung der Resilienz im Gesundheitswesen
- Förderung der Notfall- und Katastrophenmedizin
- Weiterentwicklung chirurgischer Aus-, Fort- und Weiterbildung
- interdisziplinären und interprofessionellen Vernetzung
- politischen Mitverantwortung für ein krisenfestes Gesundheitssystem
Ziel ist ein widerstandsfähiges, zukunftsfähiges und strukturell gestärktes Gesundheitssystem – aus chirurgischer und notfallmedizinischer Perspektive.
Vorstand
Vorsitzender:
Prof. Dr. med. Felix Walcher, MME
Direktor des Institutes für Public Health in der Akutmedizin
Universitätsmedizin Magdeburg
felix.walcher@med.ovgu.de
Stellvertretende:
Prof. Dr. med. Farzin Adili, MME
Vorsitzende: Direktor der Klinik für Gefäßmedizin
Klinikum Darmstadt
farzin.adili@gmail.com
Oberstarzt:
PD Dr. med. Dan Bieler
Sektionsleiter Unfallchirurgie und stellvertr. Klinikdirektor
Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Bundeswehrkrankenhaus Koblenz
dan.bieler@uni-duesseldorf.de
Schriftführerin:
Dr. med. Katharina Witzel
Medizinische Leitung des Fachbereiches Resilienz im Gesundheitswesen
Institutes für Public Health in der Akutmedizin
Universitätsmedizin Magdeburg
katharina.witzel@med.ovgu.de
