INSTITUT FÜR PUBLIC HEALTH IN DER AKUTMEDIZIN (IPHAM)

Medizinische Daten für bessere Versorgung: Magdeburg stark im Netzwerk Universitätsmedizin

29.01.2026 -  

Wie vernetzte Forschung aus Magdeburg bundesweit zur Optimierung von Behandlungsabläufen beiträgt und Patientinnen und Patienten zugutekommt

Wie können medizinische Daten dazu beitragen, Patientinnen und Patienten schneller und gezielter zu versorgen, Behandlungsabläufe zu optimieren und das Gesundheitssystem insgesamt widerstandsfähiger zu gestalten? Antworten auf diese Fragen lieferte die Veranstaltung „NUM@UMMD – Forschungsinitiativen und Möglichkeiten des Netzwerks Universitätsmedizin an der Universitätsmedizin Magdeburg“, die am 29. Januar 2026 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg stattfand.

Rund 100 Teilnehmende aus Klinik, Forschung und Politik nutzten im Beisein des Staatssekretärs für Wissenschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Thomas Wünsch, die Gelegenheit, aktuelle Projekte vorzustellen und sich über die Potenziale vernetzter medizinischer Forschung auszutauschen.

 

Die Universitätsmedizin Magdeburg ist seit Beginn Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), das seit 2020 alle 37 Standorte der Universitätsmedizin in Deutschland miteinander vernetzt. Ziel des NUM ist es, medizinische Daten bundesweit gemeinsam zu erheben und zu nutzen, um praxisnahe Forschung zu ermöglichen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.

In Magdeburg wurden in den vergangenen Jahren wichtige zentrale Infrastrukturen aufgebaut, darunter ein Datenintegrationszentrum zur Aufbereitung klinischer Daten für Forschungsprojekte, das Fachnetzwerk Infektionen sowie das AKTIN-Notaufnahmeregister, das Daten aus der Notfallversorgung tagesaktuell zugänglich macht.

Zwischen 2021 und 2025 wurden in den NUM-Standort Magdeburg insgesamt 10,6 Millionen Euro investiert, weitere 9,1 Millionen Euro sind bis 2030 vorgesehen.

  

Prof. Dr. Achim Kaasch, Standortleiter in Magdeburg und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, erläutert: „Mit den Infrastrukturen und konkreten Projekten wie RAPID oder SNAP zeigt Magdeburg, wie Daten aus der klinischen Praxis für die Forschung nutzbar gemacht werden – sicher, verantwortungsvoll und direkt zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.“

Prof. Dr. med. Achim Kaasch

 Foto: Prof. Dr. med. Achim Kaasch, NUM Standortleiter Magdeburg. Fotografin: Melitta Schubert/UMMD

Praxisnahe Projekte im Überblick

  • AKTIN – die digitale Notfallplattform: Die Plattform erfasst täglich Daten aus Notaufnahmen, etwa zu Verletzungen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Diese werden anonymisiert ausgewertet, um Abläufe gezielt zu optimieren. So können Notfallteams künftig schneller entscheiden, welche Patientinnen und Patienten vorrangig behandelt werden müssen.
  • Das NUM-Studiennetzwerk mit dem Fachnetzwerk Infektionen: In diesem Netzwerk werden Daten zu Infektionsgeschehen systematisch genutzt, um Erkrankungen besser zu verstehen und Ausbrüche frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus werden umfangreiche Therapiestudien zu Antibiotika (SNAP) durchgeführt.
  • RAPID – Register für klinische Routinedaten von pädiatrischen und erwachsenen Intensivpatientinnen und -patienten: RAPID analysiert Daten der intensivmedizinischen Versorgung, beispielsweise zu Beatmung, Kreislaufparametern oder Medikation, um die Behandlungsqualität systematisch zu überprüfen. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, die Behandlung und Therapieentscheidungen evidenzbasiert weiterzuentwickeln und Behandlungen stärker an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten auszurichten.
  • RACOON – Radiologiekooperation: Radiologische Bilddaten werden in einem gemeinsamen Netzwerk erhoben und unter Einsatz von KI-Tools strukturiert ausgewertet. Dies erleichtert die Diagnosestellung, beschleunigt die Befundung und schafft die Grundlage für Forschungsprojekte, etwa zur Entwicklung neuer bildbasierter Marker für Krankheiten.

Die Veranstaltung umfasste zudem Posterpräsentationen, in deren Rahmen sich NUM-Projekte sowie die in Magdeburg beteiligten Forschenden präsentierten. Dies förderte den fachlichen Austausch und verdeutlichte die enge Zusammenarbeit von Forschung, klinischer Praxis und wissenschaftlichem Nachwuchs.

 

Wissenschaftsstaatssekretär Thomas Wünsch betonte in seinem Grußwort: „Kooperation statt Konkurrenz. Dieses Ziel des Netzwerks der deutschen Universitätsmedizin ist auch in Sachsen-Anhalt Programm. Unsere Uniklinika in Halle und Magdeburg arbeiten immer enger zusammen und sind auch fest in das bundesweite Netzwerk eingebunden. Dies stärkt einerseits Forschung und Lehre sowie sichert andererseits den Transfer neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Therapieoptionen in den klinischen Alltag.“

Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R., betonte in seiner Begrüßungsrede: „Als starker Standort im Netzwerk Universitätsmedizin gestaltet Magdeburg den Aufbau wichtiger Forschungsstrukturen von Anfang an aktiv mit. Projekte zu Notfall-, Intensiv-, Infektions- und Bildgebungsdaten fließen direkt in die Versorgung ein und verbessern so die Behandlung von Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig schafft die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Klinik optimale Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.“

 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde ein Ausblick auf NUM 3.0 gegeben: Die Verstetigung der aufgebauten Strukturen, die Integration neuer Krankheitsbilder sowie die Weiterentwicklung datenbasierter Forschungsprojekte sollen die Versorgung nachhaltig verbessern.

 

Über das Netzwerk Universitätsmedizin

Im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) führen erstmals alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Ursprünglich mit dem Ziel gestartet, die COVID-19-Forschung der deutschen Universitätsmedizin zu koordinieren, liegt der Fokus heute auf der gemeinsamen Erhebung und Nutzung komplexer medizinischer Forschungsdaten im klinischen Kontext. Hierfür wurden spezialisierte Forschungsinfrastrukturen aufgebaut: https://www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/

 

 

Quelle: Universitätsmedizin Magdeburg/NUM@UMMD

Fotografin: Melitta Schubert/UMMD

 

Letzte Änderung: 27.03.2026 - Ansprechpartner:

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